Haftpflichtversicherungen

Sorgfältige Beurteilungen und deutliche Empfehlungen

Wenn Haftpflichtversicherungen Leistungen in Form von persönlicher Pflege oder in Form von Hilfsmitteln und Verbrauchsgütern erbringen müssen, muss die Situation des Leistungsempfängers sehr genau ermittelt werden, da die Versorgung über Jahrzehnte andauern kann.

Ressourcen erfragen und erkennen

Durch meine langjährige Erfahrung in der Pflegeberatung gelingt es mir, auch komplexe Sachverhalte klar zu erfassen. Ich berücksichtige die Aussagen des Betroffenen und seines Umfelds und erstelle ein schlüssiges Bild aus seinem Verhalten, seinen Ressourcen und Einschränkungen, der Medikation, der Krankengeschichte und der Lebensweise. Meine Stellungnahmen formuliere ich verständlich und achte darauf, dass das Prinzip einer aktivierenden Pflege zugrunde liegt.

Beipielhafte Fragestellungen aus Gutachten für Ersatzansprüche bei Personenschäden

In dem Gutachten werden u. a. zu folgenden Faktoren Stellung bezogen:

1. Medizinische Pflege/Behandlungspflege

  • Wird sie vom entsprechend qualifiziertem Personal erbracht?
  • Entspricht die Pflege dem aktuellen pflegefachlichen Standard?
  • Sind die behandlungspflegerischen Maßnahmen erforderlich?
  • Zusammenhänge und Wechselwirkung zu anderen Maßnahmen?
  • Wer hat die Maßnahmen verordnet? Wer überprüft die Häufigkeit und die Dauer der Maßnahmen?
  • Welches Ziel wird mit der Maßnahme verfolgt?
  • Gibt es Widersprüche im Gesamtbild und der verordneten Therapie?

2. Therapien (Ergo-, Physiotherapie, Logopädie)

Aus pflegefachlicher Sicht dürfen wir keine Bewertung bezüglich der Notwendigkeit und des Umfangs vornehmen. Wir können jedoch die Fragen über den Sinn und das Ziel der Maßnahme an den verordneten Arzt vorformulieren und beschreiben:

  • Welches Ziel wird mit welcher Therapie verfolgt?
  • Sind durch die Therapien Fähigkeiten (teilweise) wieder erlangt worden?
  • Entsprechend die verordneten Therapien der Notwendigkeit?
  • Ist es sinnvoll, die Therapien im häuslichen Bereich durchzuführen?

3. Pflegerelevante funktionelle Einschränkungen

  • Körperliche Einschränkungen: Bewegungsapparat, innere Organe, Sinneswahrnehmungen
  • Psychische Situation
  • Auswirkung auf die tägliche Versorgungssituation
  • Ressourcen

4. Grundpflege

  • Entspricht der geforderte/geleistete Umfang dem Bedarf?
  • Wer erbringt die Leistungen?
  • Wie werden sie derzeit finanziert, z.B. über SGB XI oder SGB XII?

5. Hauswirtschaftlicher Bedarf

  • Wer erbringt welche Leistungen (Familie, Ersatzkraft)?
  • behindertengerechte Ausstattung zum Erhalt der vorhandenen Ressourcen
  • Ermittlung des Hilfebedarfs unter Berücksichtigung der Wohnraumanpassung

6. Hilfsmittelausstattung/-bedarf

  • Entsprechen die vorhandenen Hilfsmittel dem tatsächlichen Bedarf?
  • Wer sucht sie aus und wer verordnet sie?
  • Sind überflüssige oder unbenutzte Hilfsmittel vorhanden?

7. Wohnverhältnisse

  • Einschätzung/Ist-Zustand des häuslichen Umfelds (Haus, Wohnung, Reinigungszustand, Ausstattung).
  • allgemeine Lebensumstände und voraussichtliche Veränderungen.
  • Erfüllt das vorhandene Fahrzeug die Bedürfnisse des Geschädigten?
  • Ist unter den gegebenen Umständen eine adäquate pflegerische Versorgung möglich?
  • Entsprechen die Forderungen zur Wohnraumanpassung dem Verletzungsmuster?

8. Sonstiges

  • Werden zusätzliche soziale Leistungen bezogen, z. B. aus SGB V, IX , XI, VII, XII, Blindengeld, Renten, andere Entschädigungen?
  • Ist eine Abgrenzung des Versicherungsschadens zu anderen Erkrankungen notwendig?
  • Benötigen die pflegenden Angehörige fachspezifische Beratungen und/oder weitere Unterstützungen?
  • Entspricht die pflegerische Versorgung den pflegefachlichen Standards?
  • Werden vorhandene Ressourcen des Geschädigten berücksichtigt und gefördert?
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